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ÖRV Jour Fixe im August, Follow-up Termin im Schloss Schönbrunn- Restaurierung und Freilegung im Verborgenen. Zwei Fallbeispiele

Ein spannendes Wiedersehen gab es für die Teilnehmer:Innen unseres Follow-up-Jour Fixe am 20. August im Schloss Schönbrunn. Auch dieses Mal stand die Konservierung und Restaurierung des Zeremoniensaals im Mittelpunkt. Nachdem die Teilnehmer:Innen im Dezember vergangenen Jahres bereits Einblicke in die Planungsphase erhalten hatten, konnten sie nun den Fortschritt der Restaurierungsarbeiten ins Auge fassen.

Der Restaurator der Schloss Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (kurz: Schönbrunn Group), Martin Siennicki, führte die Gruppe hinter die Raum-in-Raum-Konstruktion, die derzeit im Zeremoniensaal installiert ist. Sie ermöglicht es, täglich tausende Besucher:Innen durch den Raum zu führen, ohne die Restaurierungsarbeiten zu beeinträchtigen.

Nach einem kurzen Aufstieg fand sich die Gruppe direkt unter der reich verzierten Stuckdecke wieder. Dank des vollflächigen Bodens auf dem Gerüst kann diese aus nächster Nähe bearbeitet und besichtigt werden. Besonders spannend waren die aufwendig polimentvergoldeten Ranken- und Trophäenverzierungen, welche die Hohlkehle und den Deckenbereich schmücken. Bei der Freilegung der Nullflächen wurden im Bereich der Verzierungen zudem Vorzeichnungen für nicht verwirklichte Ornamente entdeckt.

Ebenso interessant war die Besichtigung der ausgeprägten Schadensbilder an den Wandvertäfelungen. Die ölgebundene Fassungsschicht blättert hier aufgrund eines später aufgebrachten Wachsüberzugs stark ab.

Die vier großformatigen Gemälde des Hochzeitszyklus von Martin van Meytens (jeweils ca. 4 × 3 m) wurden seit unserem letzten Besuch einige Räume weiter, in ein kleineres Kabinett, verbracht. Dort werden sie von den Gemälderestauratorinnen Paulina Bittschi-Matysik und Christine Hannesschläger konserviert und restauriert. Auf jeder Seite des Raumes steht jeweils ein Gemälde um 90° gedreht im Querformat auf einer eigens angefertigten Staffeleikonstruktion. Ein Rollgerüst ermöglicht den beiden Restauratorinnen die ganzheitliche Bearbeitung der insgesamt 48 m² großen Gemäldeoberflächen.

Die Kolleginnen gaben spannende Einblicke in ihr Restaurierungskonzept und erläuterten die besonderen Herausforderungen, die die Bearbeitung der großformatigen Gemälde mit sich bringt.

Wir bedanken uns herzlich bei Martin Siennicki, Paulina Bittschi-Matysik und Christine Hannesschläger für den spannenden und aufschlussreichen Blick ins „Verborgene“!