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ÖRV Jour Fixe im Dezember- Vorweihnachtsspecial im Schloss Schönbrunn: "Restaurierung und Freilegung im Verborgenen- zwei Fallbeispiele"

Am Donnerstag, den 11.12. 2025 trafen sich 20 interessierte und schnellentschlossene Verbandsmitglieder zum letzten Jour Fixe des Jahres im Schloss Schönbrunn.

Die Ankündigung auf eine spannende Führung mit Punschoption danach bewirkte, dass die Plätze für dieses Get2gether in Rekordzeit vergeben waren.

Zwei der Restauratoren der Schloß Schönbrunn Kultur- und Betriebsges.m.b.H. (kurz Schönbrunn Group), Martin Siennicki und Martin Bucher führten uns als erstes in den Zeremoniensaal, welcher sich zurzeit in der Planungsphase zur Restaurierung befindet. 

Der etwa 200 m² große Saal ist in vielfacher Hinsicht besonders: baugeschichtlich als punkvollster Saal des Schlosses unterlag er vielfachen baulichen Veränderungen, von kurzfristigen Erweiterungen des Dekors im Rahmen der Weltausstellung 1873 (mehr kaiserlicher Prunk!) bis zu mannigfachen Neuanstrichen im Rahmen von Filmaufnahmen in der 1950er Jahren (mehr schöne Bilder!) zeigt er spektakuläre Schadensbilder.  Die Stuckdecke wurde bei der letzten Überarbeitung mit einer wachshaltigen Farbe überstrichen. Die Gemälde sind teilweise zu groß, um sie für eine Restaurierung aus dem Raum zu bringen. Der barocke Tafelparkettboden wird täglich von bis zu 8.000 Besucher: innen begangen. 

Genug Gesprächs- und Diskussionsstoff also für eine interdisziplinäre Restaurator: innengruppe auf Ausflug!

Als zweite Station besuchten wir ehemalige Wohnungen im zweiten Obergeschoß, welche ursprünglich vermutlich als Kaiser-Kinder-Appartements ausgestattet worden waren. Hier kam es im Zuge des Umbaus der Wohnungen (hier sollen Depoträume entstehen) zu einem Baustopp aus statischen Gründen. Dies bot die Gelegenheit, sich näher mit der Baugeschichte dieser Räume auseinanderzusetzen.  Das „Team Akademischer Restauratoren“ bestehend aus Margit Blümel, Katja Unterguggenberger und Edgar Mandl wurde mit der Untersuchung der Raumschale beauftragt und brachte prunkvolle Malereien aus der Barockzeit zutage.

Martin Siennicki und Martin Bucher erläuterten die Problematik der Nutzung der Geschosse über den Prunkräumen als Wohnungen, die besondere Situation der Aufarbeitung der Baugeschichte des Schlosses und berichteten über die Hoffnung, anhand dieses Leuchtturmprojekts eine weitergehende Bauforschung zu „blinden Flecken“ im Schloss lostreten zu können.

Den überaus interessanten Nachmittag konnten wir dann beim einen oder anderen Heißgetränk am Weihnachtsmarkt im Ehrenhof stilvoll ausklingen lassen.

Vielen Dank für die Einladung und die spannenden Einblicke in das Schloß Schönbrunn.

Wir freuen uns sehr auf das anvisierte Follow-up-Jour Fixe im Frühsommer. Aber Vorsicht: die Plätze sind begrenzt!